Statement des Schwarzwaldklinik-Fanclubs

zum Artikel in der Bild am Sonntag vom 02. März 2008 „ Wussow: Geheimes Tagebuch entdeckt „


Eigentlich kann nur noch Sprachlosigkeit herrschen angesichts dessen, was am
heutigen Sonntag in übergroßen Lettern durch die Bildzeitung veröffentlicht
wurde.
Auszüge aus dem Tagebuch eines Menschen, der ab einem bestimmten Zeitpunkt
seines Lebens derartig in der Öffentlichkeit stand, das selbst nach seinem
Tod nicht davor zurück geschreckt wird, ihn wieder und wieder an die
Öffentlichkeit zu zerren.
Nur diesmal trifft es in allererster Linie seinen Sohn Benjamin. Der sich getraut hat, uns zu sagen, wie es in seinem Innersten aussieht. Und der sich getraut hat, auch etwas über seinen berühmten Vater zu sagen. Verständlich die Worte von Benjamin, wenn er sagt,
er könne zum Charakter seines Vaters nicht viel sagen, weil er ihn zu wenig
kannte.
Aber kann ein solches Bekenntnis es rechtfertigen, uns dann Auszüge aus
einem Tagebuch zum Lesen zu präsentieren? Die ganz persönlichen intimen
Gedanken und Gefühle eines Menschen an seinen Sohn. Die Trauer, der Schmerz,
die Sehnsucht, alles, was in Worten ausgedrückt wurde.

Wer die Gedichte von Klausjürgen Wussow gelesen hat, der weiß, wie
hervorragend er sich in Worten ausdrücken konnte. Der weiß aber auch, wie
sensibel und verletzbar dieser Mensch Zeit seines Lebens war. Ein Mensch,
der auch zwischen den Zeilen seiner Gedichte immer wieder seine Seele
offenbart hat.
Und nun, ein Tagebuch, das nur für seinen Sohn bestimmt war, ohne Rücksicht
auf Verluste der breiten Masse zum Lesen angeboten. Natürlich, wer es nicht
lesen will, der liest es auch nicht. Fragt sich nur, wer es nicht lesen
will. Denn das Medium wurde doch bewusst so gewählt, das es gelesen werden
muss.
Ein Tagebuch für Benjamin, das er bekommen soll, wenn er alt genug dafür
ist. Also ist ein Mensch mit 14 Jahren noch nicht alt genug dafür, die Worte
seines Vaters lesen zu dürfen. Wie alt muss man denn dafür werden ?
Ein Junge, für dessen Leben es sehr wichtig ist, eine Beziehung zu seinem
verstorbenen Vater aufbauen zu können. Für den es wichtig ist, dessen
Verhaltensweisen verstehen zu können. Damit er das verzeihen kann, was zu
Lebzeiten seines Vaters nicht so war, wie es hätte sein sollen.    
Ein Junge, der jetzt genau wie sein Vater an die Öffentlichkeit gezerrt
wird. Der sich nicht dagegen wehren kann, der es nicht verhindern kann. Weil
es ganz und gar ohne sein Einverständnis geschieht.

Aber ein Junge, der sehr wohl schon verstanden hat, wie schwierig es ist,
seine beiden Halbgeschwister Barbara und Alexander als Geschwister zu sehen.
Die beide schließlich auch ein eigenes Leben führen. Und bei einem
Altersunterschied von 30 Jahren ist es wahrlich nicht immer einfach, noch
von Geschwistern zu reden.

Was in anderen Familien völlig normal ist, hier wird so getan, als gehe
alles nicht mit rechten Dingen zu. Hier werden Menschen solange verdreht
dargestellt, bis alle glauben, das es nur so  gewesen sein konnte. Und
dieser Glaube ist doch so schön, weil er so herrlich einfach ist. Keiner hat
jemals hinter die Kulissen geschaut. Keiner hat sich mal die Mühe gemacht,
die Dinge durch eine andere Brille zu betrachten. Keiner, außer vielleicht
die Betroffenen selbst.

Aus Respekt und Achtung vor dem was Benjamin durchgemacht hat sollte man  seine Privatsphäre achten und ihm nicht noch unnötig das Leben mit solchen Schlagzeilen schwer machen!

 

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