"Stracken lassen!
Während der Mottoparty sagte Tanja zu mir, daß sie sich draußen beim Grillmeister Armin eine Wurst für ihre Nachbarin holen möchte und ich folgte ihr spontan nach draußen. Da waren wir nun zu dritt am Grill und fachsimpelten ein bisschen, bis eine Wurst zu haben war. Es war ja schon dunkel und Tanja machte sich auf den Weg über ihren Garten zur Nachbarin. Auf einmal ließ sie einen Schreier los und ich dachte, dass sie ins Gebüsch geflogen sei. Ich rannte los und auf einmal fing sie an zu lachen, als sie mich sah. Sie sei mit ihrem Ärmel an den Rosendornen hängen geblieben und dadurch sei dass Brötchen Richtung Keller runter gefallen. Ich zurück zu Armin, berichtete kurz über ihr Missgeschick und bat ihn gleich um ZWEI Brötchen, falls sie nochmals eines verliert. Zurück bei Tanja machten wir uns sehr erheitert nun gemeinsam auf den Weg zur Nachbarin, die eine Show mit Hansi Hinterseher anschaute. Hier fragte ich Tanja, ob dies die bessere Alternative im Vergleich zu unserer Party sei. Ich könne ja hier bleiben, war ihre spontane Antwort mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Mittlerweile hatte Tanja ihrer Nachbarin von ihren Missgeschick beim Rosenbeet erzählt und diese bewaffnete sich mit ihrer Taschenlampe um das Brötchen zu suchen! Spätestens hier hätte ich einen Dolmetscher für das Ulmer deutsch gebraucht! Das Brötchen könne man „stracken“ lassen, sagte Tanja zu ihrer Nachbarin. Da musste ich zuerst fragen, was dies auf Hochdeutsch hieß. Ehe wir uns es aber versahen, stieg die Nachbarin die Kellertreppe hinunter und dann hörte ich es schon kläppern. Nein, nicht die Nachbarin war hinuntergestützt, sondern ihre Taschenlampe. Es sei wohl „Vallentinstag“ bemerkte ich lachend, wenn alles „Vällt“. Die Nachbarin hat sich sehr über das Essen gefreut und wollte sich ebenso dankbar zeigen. Sie hätte alkoholfreie Weine im Angebot. Ich war zuerst verwundert über diese Weinsorte und später stellte sich heraus, dass dies „nur“ Traubensaft ist. Der ganze Vorfall dauerte bestimmt gute 20 min und wir hörten, dass die anderen Partyteilnehmer uns bereits vermissten und wir lachten bei der Nachbarin noch immer über das Missgeschick. Tanja bat mich spontan darüber eine verrückte Geschichte zu schreiben, was ich hiermit erfüllt habe. Das Wort „stracken“ heißt übrigens „liegen“, also die Nachbarin hätte das Brötchen liegen lassen sollen.
Gez. Dr. Engels (Harald W.)
Autor: Harald Wöhrle