Barbara Wussow im Interview mit Tanja Junginger am 15.11.2007 in der Kinderkrebsnachsorgeklinik in Tannheim

Barbara Wussow an der Ehrentafel
Barbara Wussow und Tanja Junginger

Dieses Interview unterliegt dem Copyright von„Tanja Junginger“!
Gesamte oder auszugsweise Verwendung, sowie das Vervielfältigen der Informationen nur nach Rücksprache! Jedem Missbrauch werden wir als Fanclub nachgehen.

1. Frau Wussow, wie bekommen Sie Beruf, Familie und Kinder unter einen Hut? Ist das schwer für Sie?
Barbara Wussow: Ja! Wie für jede andere berufstätige Frau auch. Es ist immer ein großer Spagat zwischen; ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich zuviel von zu Hause weg bin und ich liebe aber meinen Beruf. Und wie man dass miteinander vereinbaren kann, ist mit einer unglaublich straffen Organisation und viel Chaos verbunden. Aber ein wohl organisiertes Chaos!

2. Welchen Hobbies gehen Sie nach, bzw. was machen Sie gerne, wenn Sie etwas freie Zeit für sich haben? Oder gibt es das überhaupt nicht?
Barbara Wussow:
Nicht wirklich, nein. Wenn ich zu Hause bin und so genannt nicht arbeite und freie Zeit habe, dann bin ich ganz für meine Familie da. Dann wird eingekauft, gekocht und dann kommen Freunde. Ich liebe es zu kochen und ich liebe es, wenn der Tisch rundum voll ist, alle kommen zum Essen, alle haben was Gutes gegessen, sind zufrieden und kriegen noch nen Kuchen hinterher. Dann wird gelacht und geblödelt und das ist für mich Freizeit- Freunde pflegen.

3. Sind Sie künstlerisch auch so begabt wie Ihr Vater und Ihr Bruder?
Barbara Wussow:
Ich war es mal… Ich war es insofern - ich habe Bühnenbild und Kostümbild ja studiert früher und habe währenddessen sehr viel gezeichnet und gemalt. Das einzige was ich jetzt noch mache, dass ich Bildchen oder Märchenbildchen für meine Kinder zeichne, aber sonst nicht mehr viel.

4. War es für Sie gleich klar, dass Sie die Schirmherrschaft zusammen mit Ihrem Bruder Sascha übernehmen?
Barbara Wussow:
Na, gleich klar nicht! Zuerst war mein Bruder dran und dann kam Gott sei Dank Herr Wehrle und hat mich ordentlich gerempelt, dass ich doch wirklich auch ins Boot einsteigen soll und Gott sei Dank hat er es gemacht und ich bin selig drinnen zu sein.
Was für ein Gefühl ist das für Sie Frau Wussow?
Barbara Wussow: Ich bin zum ersten Mal heute hier (Nachsorgeklinik Tannheim), also die letzten 2 Tage gewesen und ich bin selig, dass ich es doch gemacht habe, endlich, endlich, es war eh schon höchste Zeit.
Man kann viel "fundierter schwärmen" von dieser wunderbaren Einrichtung und Institution hier, als wenn man wunderschöne Kataloge oder CD´s gesehen hat, dass ist alles ganz was anderes, als wenn man selber mit Hirn und Herz und Seele mitbekommt.

5. Möchten Sie Ihren Fans eine kleine Nachricht überbringen?
Barbara Wussow: Ja! Ich grüsse alle meine Fans!
Ich bin froh, dass es euch gibt und ich freue mich über jeden einzelnen Brief.
Es tut mir unglaublich leid, wenn sie ein bisserl warten müssen auf meine Rückantwort, aber ich schreibe alles selber und ich bemühe mich jeden einzelnen Brief selber zu lesen und selber zu beantworten.
Ob das jetzt Geburtstags-Hochzeits.... oder irgendwelche anderen Grüsse sind, die noch extra draufkommen. Deshalb dauerts oft ein bisserl länger und ich danke herzlich für die Geduld, die viele Fans von mir haben.

6. Sie halten auch Lesungen zusammen mit Ihrem Mann Albert Fortell. Sind in naher Zukunft welche geplant?
Barbara Wussow:
Mit meinem Mann ist keine geplant, aber allerdings mit meinem Bruder ist die nächste Lesung geplant. Eine Weihnachtslesung am 09.12.2007 in Wien.
Diese Weihnachtslesung ist eine Charity- Veranstaltung für das Klinikum Tannheim, wo wir auch für das Klinikum lesen und Spenden sammeln werden.
Herr Wehrle: Man muss auch dazu sagen, dass bereits seit über einem Jahr auch österreichische Kinder hier behandelt werden.
Barbara Wussow: Es freut uns sehr! Wir haben hier auf einmal in der Klinik österreichische Stimmen gehört. Ich kann mich persönlich sogar an einen kleinen Buben der schon einmal hier war erinnern und wo ich gerne möchte, dass er wenn`s irgendwie nur geht, dass er nochmals kommt. Er ist jetzt 8 Jahre alt und hatte ziemlich bösen Bauchkrebs.
Ich habe hier gestern während wir durchs Haus gegangen sind, immer mal wieder Wiener Stimmen gehört und da war ein kleines Mädchen, eine süße Wienerin aus dem 20. Bezirk und das waren gleich heimatliche Gefühle, sowohl für sie, wie auch für uns. Also es gibt sehr viele österreichische Kinder hier. Es gibt jetzt so eine  Klinik/ Institution in Österreich nicht.

7. Würden Sie mir einige Eigenschaften und Fähigkeiten Ihres Bruders aufzählen, damit wir seinem Lebenslauf persönlicher gestalten können und ihn als Mensch mehr hervorheben können?
(Beide lachen bei dieser Frage)
Barbara Wussow: Jesses, sollen wir dabei rausgehen???
Die Erfahrungen die sich so langsam sammelt, die können sie natürlich ändern, im Laufe der Jahre…….
Typische Fähigkeit, dass mein Bruder ein wunderbarer Zuhörer ist, dass er sehr geduldig ist, dass er seine narrische Schwester auch ausreden lässt, wie oft viele Menschen es nicht tun und das er wunderbar kochen kann – hervorragend, leider viel zu selten für seine Schwester- umgekehrt ist es öfters der Fall (lächelt).
Dass er für meinen Sohn einen hervorragenden, süßer, besonders junger Onkel ist, ein sehr cooler Onkel, also wenn er auch so mit seinen Schirmkappen daherkommt und ner Lederjacke, da kann Nikolaus also schwer angeben in der Schule. Nicht so, was man sich so landläufig unter Onkel vorstellt, sondern einfach nur ein cooler Typ.
Er hat sehr viel Geschmack – er hat unser Elternhaus wunderbar gepflegt und in Schuss gehalten und den Garten hergerichtet und ich komme gerne immer wieder nach Hause zurück, wo Sascha jetzt lebt.
Ich würde rasend gerne wieder mit ihm arbeiten- wieder mit ihm drehen, weil dass ist überhaupt das allerschönste mit Sascha verreisen. Da sind wir uns sehr einig, weil ich reise auch gerne. Das schönste ist für mich in den Flieger steigen und irgendwo hin weg, ob das jetzt mit Sascha ist, mit der Familie, mit mir alleine, das ist völlig egal- ich reise einfach gerne und möglichst dann auch in heiße Länder, so heiß,  ab 30 Grad aufwärts – wunderbar!
Ich würde gerne wieder mit meinem Bruder "Drehen" und ich hoffe, dass Menschen das lesen und auf Ideen kommen! Das wäre schön! Wir machen zwar jetzt eine Lesung zusammen, aber "Drehen" wäre absolut schön!

Liebe Frau Wussow, ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Zeit, Ihre Herzlichkeit, Ihre Wärme, sowie für das sehr offene, intensive und erfrischende Interview mit Ihnen. Es hat mir sehr grosse Freude bereitet!

 

Autor: Tanja Junginger, Fanclubleiterin
Diese Interview wurde auf Tonband aufgezeichnet und mit den Worten von Barbara Wussow wiedergegeben!

 

 

 

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