Mein Leben für den Star, Superfans und ihre Idole

Sascha u. Barbara Wussow, Tanja Junginger in Tannheim, November 2007

ZDF-Bericht vom 18.05.08: Alles für meinen Star
und ZFD-Dokumentationskanal vom 17.05.08: Mein Leben für den Star, Superfans und ihre Idole

Zwei Berichte im ZDF, die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben. Nachdenken über den Kult, den Menschen um ihre Idole betreiben.
Kult um Stars wie Sarah Connor, Andre Rieu, Roy Black, Michael Wendler, Ralf Kretschmar, Kronprinzessin Victoria von Schweden, diese Liste lässt sich beliebig weiter fortführen. Und spätestens seit Samstagabend reiht sich unser neuer Superstar, Thomas Godoj, in diese Reihe ein.

Sie alle schaffen es, ihre Fans immer wieder in ihren Bann zu ziehen. Fans, die alles für sie geben. Die ihre Sprache verlieren, wenn sie dem Idol gegenüberstehen oder sogar eine kurze Umarmung erlaubt wird.

Fans, die ganze Zimmer oder sogar eine ganze Wohnung ihrem Idol widmen. Die alles sammeln und aufheben, was in irgendeiner Art und Weise mit dem Idol zu tun hat. Die keine Mühe und keine finanzielle Ausgabe scheuen, um Konzerte zu besuchen, am Drehset zu erscheinen oder einfach mal nach Schweden reisen. Ganz neu erfunden, der Superfan. Der dem ganzen Kult noch das Sahnehäubchen aufsetzt. Denn ein Superfan würde für seinen Star eben fast alles tun.

Doch was bleibt, wenn das Konzert zu Ende ist, wenn der Drehtag abgeschlossen ist ? Mit ganz viel Glück ein Gespräch mit dem Star, mit weniger Glück eben nur Bilder und Videos. Bilder der Erinnerung an schöne Erlebnisse. In Bildern ist die Nähe zum Idol am größten, das sagt jeder Fan.

Doch was veranlasst Menschen, sich derartig zu verhalten ? Für den Einen die Sehnsucht nach Liebe, nach einer Welt, die so anders ist als die eigene Welt. Für den Anderen die Liedertexte, die Melodien, die persönliche Ausstrahlung des Idols.

Nun gut, so neu ist das Ganze allerdings nicht. Schon zu Zeiten der Schwarzwaldklinik wurde schließlich dieser Fankult betrieben. In seinem Buch „ Professor Brinkmann und ich" schreibt Klausjürgen Wussow,  „ .... das bereits zu Beginn der Dreharbeiten für die dritte und vierte Staffel das idyllische Glottertal zum Rummelplatz wurde. Keine Spur von Ruhe und Konzentration auf die Arbeit. Die Drehorte wurden zu Pilgerstätten von Tausenden.“

Natürlich, auch wir sind ein Fanclub. Der Fanclub einer der erfolgreichsten deutschen Arztserien, die im Fernsehn jemals ausgestrahlt wurde. Und die absoluten Superfans sind ganz bestimmt auch in unseren Reihen mit dabei. Zu denen ich ganz bestimmt ebenso gehöre.

Doch wenn ich mir so anschaue, mit welch hohem Einfühlungsvermögen Du, Tanja, Deine Kontakte zu den Schauspielern aufgebaut hast, dann denke ich doch schon, wir sind irgendwie anders. Ich glaube nicht, das Du schon einmal sprachlos einem Schauspieler gegenüber standest. Oder vor kreischender Verzückung nicht mehr wusstest, was Du tun, geschweige denn sagen solltest.

Deshalb, Tanja, mach weiter so wie bisher. Dieser Weg ist zwar mit viel Arbeit und Mühe verbunden, aber dafür umso erfolgreicher. Du siehst und behandelst den Promi als Mensch und eben nicht nur als Star, der angehimmelt wird.

Die Liebe zum Star kann zwar das Leben bestimmen, aber sie sollte nicht das einzige sein, auf das es im Leben ankommt. Nicht vergessen werden sollte bei allem Kult, das auch ein Star nur ein Mensch ist. Zu dem man in Guten und ganz besonders in schlechten Zeiten stehen sollte.

Autor: Petra Brodde

 

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