Für den Fanclub unterwegs war ich mit der Tanja bei der Preisverleihung in Stuttgart. Weil es bereits den ganzen Tag geregnet hatte, war die Anfahrt für uns aus Ulm b.z.w. Karlsruhe alles andere als angenehm. Als ich dann in der Bank die Vorzimmerdame Frau Kraft begrüßte und nach dem Weg zur Veranstaltung fragte, bekam ich die Antwort:
„Sie gehören zu Frau Junginger“. „Haben Sie mir das Angesehen“, war dann meine Antwort. „Ihr Button (SWK)“ hat Sie verraten“, entgegnete Sie freundlich zurück.
„Wo haben Sie geparkt“, war dann ihre nächste Frage. Weil ich direkt im unteren Parkdeck mit meinem Auto stand, wurde mir eine gebührenfreie Ausfahrt verbucht.
In der Veranstaltungshalle lief mir eine total erhitzte Tanja in die Arme, es war ziemlich warm dort. Der Geschäftsführer der Tannheimer Klinik Roland Wehrle stand gerade am Rednerpult und als er unter den anwesenden Teilnehmern auch den Fußballfunktionär Gerhard Mayer-Vorfelder begrüßte, verschlug es mir die Sprache. Der Ex-Minister für Kultus und Sport (Baden-Württemberg), -VFB und –DFB Präsident saß keine fünf Meter von mir entfernt. Tanja, meine Teilnahme hatte sich jetzt schon bereits gelohnt!.
Es folgten weitere Laudatien, Preisverleihungen, Musikbeiträge und ich freute mich auch die TV Moderatorin Sonja Schrecklein (SWR) aus nächster Nähe miterleben zu können. Für Aufheiterung sorgten hier und da einige Redner, weil sie sich versprachen. So wurde z.B. Herr Wehrle mit dem Titel „Professor Dr.“ begrüßt.
Nach dem offiziellen Teil wurde das kalte Buffet eröffnet, wo Tanja und ich viele Köstlichkeiten zur Auswahl hatten. Weil Tanja in einem anderen Parkhaus gebührenpflichtig stand, entschieden wir uns mein Auto stehen zu lassen und mit ihrem zu einem Kaufhaus zu fahren. Deswegen ging ich zuerst zu meinem Auto, um meine Utensilien zu holen und dann gingen wir gemeinsam durch die dunkle und regenasse Landeshauptstadt zu Tanja`s Auto. Als ich nach meinem Navigationsgerät greifen wollte musste ich ihr zu meiner Schande gestehen, dass ich es in meiner Tasche nicht finde und ich es ggf. in meinem Auto habe liegen lassen. Auwei, auwei. Wir versuchten das Parkterminal im weiterhin strömenden Regen zu suchen und fanden es erst im zweiten Anlauf. Weil Orientierung nicht gerade zu meinen Stärken zählt, lief ich dann zuerst auch noch in die falsche Richtung, ehe mich Tanja lautstark zurück rief. Mein Auto fand ich erst im zweiten Anlauf und ein anderer Fahrer, den ich im Fahrstuhl traf, suchte ebenso sein „heiliges Blechle“. Nun sagte ich zum ersten Mal sch… Stuttgart.
Bewaffnet mit dem Orientierungsgerät und patsch Nass ging es dann endlich los und wenig später waren wir in der gesuchten Buchhandlung, in der eine Lesung mit Kerstin Cantz und ihrer Freundin Barbara Rudnik stattfand. Auch dies war wieder ein Erlebnis besonderer Art.
Zur späteren Stunde machten wir uns auf den Heimweg und Tanja brachte mich zum Parkhaus der Bank. Zu unserem großen Entsetzen war aber alles zu und mussten zwangsläufig die Einfahrt zum Parkdeck laufen. Normalerweise ist es nicht erlaubt diesen Weg zu gehen, aber ich sagte zu Tanja, wir hören ja wann ein Auto kommt. Im Weiteren fragte sie, ob uns wohl nun so jemand beobachten könne, und ich war mir ziemlich sicher, dass für den Wachdienst irgendwo Kontrollkameras waren. Dann fragte sie, was die mit dem Videomaterial wohl machen, ob es ggf. wieder für einen Beitrag zu „Hallo Deutschland“ reichen würde.
Bereits zu diesem Zeitpunkt mussten wir über unsere Geschehnisse lachen. Weil wir jeweils eine lange Heimreise vor uns hatten suchten wir nach einer Toilette, fanden aber keine. Ich schlug vor die Räumlichkeiten der Bank aufzusuchen und standen wieder vor verschlossenen Türen. Wir waren bereits wieder am Rückzug, da hörten wir vom Bankgebäude stimmen und Tanja meinte ich solle anklopfen. Wiederum auf dem Weg zur Türe ging plötzlich die Türe auf und ein paar Herren fragten uns nach unserem Problem. „Wir suchen Toiletten“, war meine direkte Antwort. Ein anderer bemerkte, „Wir haben uns doch schon vor einer Stunde gesehen“. Erst im zweiten Anlauf erkannte ich Herrn Wehrle unter den Herren und sah an Tanja`s Gesicht, dass sie ihn schon entdeckt hatte und freundlich winkte. „Wenn sie ganz schnell sind, lassen wir sie noch rein“, war die freundliche Antwort, die bereits das Gebäude verlassen wollten. Leider war Herr Wehrle bereits weg, als wir vom stillen Örtchen zurück kamen, schade.
Als wir uns bei von den noch anwesenden Herren tausendmal bedankten bekam ich den Kommentar, „sie kommen aus dem Badischen“. Da stellten wir vor, wo wir zu Hause sind. „Und in der Mitte (Stuttgart) treffen sie sich?“ waren die freundliche Abschiedsworte. Wir holten mein Auto ab und als ich mein Navy an die Windschutzscheibe heften wollte, fand ich die Halterung nicht. Es war nicht in meiner Tasche. Hatte ich es in Tanja`s Auto liegen lassen? Zuerst fand ich es nicht so wichtig, und weil wir uns ein paar Tage später eh treffen wollten hätte ich es dort abgeholt. Weil ich aber Tanja zu ihrem Auto fuhr, suchte ich dennoch gleich ihren Beifahrerboden ab und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass da mein Handy lag. Das wäre es gewesen! Vor lauter Hickhack ist mir also das Handy aus der Tasche gefallen und die Navihalterung lag zwischen der Beifahrertür und dem Sitz. Wir konnten es beide nicht fassen, was in der Hecktick so alles passieren kann und mit meiner Frage zum Abschied, „Tanja, wenn Du mich trotzdem noch lieb hast, dann knuddel mich zum Abschied“, fuhren wir beide ziemlich erheitert von den Begebenheiten jeweils in Richtung Heimat.
Harald Wöhrle