Klausjürgen Wussow
wurde am 30.04.1929 in Cammin (Pommern) als Sohn eines Lehrers geboren.
Sein Vater fiel am 13.09.1939 und er hatte drei Brüder, einen älteren und zwei jüngere (Zwillinge).
Klausjürgen Wussow besuchte die Schule in Lünen, wurde aber dann in den letzten Kriegstagen als Soldat einberufen und von seiner Familie getrennt.
1946 beendete er die Schulausbildung in Waren (Mecklenburg).
Er wollte zuerst unbedingt Arzt werden und Medizin studieren, er wurde aber kurz vor dem Abitur (1947) vor die Wahl gestellt entweder Eintritt in die FDJ oder Verweis von der Schule.
So entschloss er sich die Schauspielschule des Berliner Hebbel-Theaters zu besuchen.
Karl Meixner und Roma Bahn waren seine Lehrer und 1947 hatte er seine ersten Auftritte auf der Volksbühne in Schwerin. Klausjürgen Wussow hatte in kurzer Zeit Erfolg und stand auf den Bühnen von Frankfurt, München, Düsseldorf, Zürich, Köln.In zahlreichen Rollen konnte ihn das Publikum sehen u.a. in den Titelrollen: "Don Carlos, Die Räuber oder als Karl Moor“.
Seine zweite Frau Ida Krottendorf lernte er in Düsseldorf am Theater kennen
Wussow hatte mit Gaby Dohm zusammen schon vor der Schwarzwaldklinik am Münchner Residenztheater zusammen gespielt.
1948 wurde er von Richard Milewski fürs Theater entdeckt. Mit Karin Hardt (Käti in der SWK) stand er schon Ende der 40-ziger Jahre in Berlin an der Schauspielschule vom Hebel-Theater auf der Bühne. Leider findet man keine Informationen über die Stücke die die beiden zusammen gespielt haben.
1958 hatte er mit "Blitzmädels an die Front" (mit Werner Klinglers) sein Filmdebüt. Danach war er kontinuierlich auf der Leinwand zu sehen u.a. 1959 Arzt aus Leidenschaft, 1959 Der rote Kreis, 1961 Der grüne Bogenschütze, 1964 Die Tote von Beverly Hills. Desweiteren spielte er in Kinofilmen mit, was vorwiegend seichte Unterhaltungen war, was sein eigentliches Talent wohl kaum forderte.
1964 zog er mit seiner Familie nach Wien, weil er am „Wiener Burgtheater“ engagiert wurde und viele klassische Rollen spielen durfte als, „Faust, Mephisto, Egmont, Don Carlos“.
1986 verabschiedete Klausjürgen Wussow sich von der Bühne des Burgtheaters in Wien mit der Rolle des Horatio in Hamlet.
Durch seinen Erfolg und seiner Beliebtheit erhielt er sogar die österreichische Ehrenstaatsbürgerschaft, aber das war nur der Anfang.
22.Oktober 1985 kam der grosse Durchbruch seine Filmkarriere durch seine Rolle in der „Schwarzwaldklinik als Professor Brinkmann“ und erlangte dadurch enorme Popularität. Obwohl er schon vorher in der 60-er und 70-er Jahren mit "Der Kurier der Kaiserin" (1970), "Sechs Pistolen jagen Professor Z"(1966), "Sergeant Berry" im Fernsehen zu sehen war.
Er wurde zu einem Arzt-Idol aller Zeiten und zu einer Legende. Für ihn war die Schwarzwaldklinik eine der erfolgreichsten Rollen, die er je gespielt hat. Das Image des Professor Brinkmanns ist bis heute geblieben und diese Rolle hat sich bei den Menschen festgesetzt. Er wurde der Halbgott in Weiss und brachte den Menschen ein Stück Menschlichkeit durch die Schwarzwaldklinik nach Hause. So einen Arzt wünscht sich jeder, der sich Zeit nimmt für die Probleme anderer Menschen und menschlich auf jeden einzelnen eingegangen ist.
International wurde die "Schwarzwaldklinik" ein Erfolg, die Serie wurde in insgesamt 42 Länder verkauft und gehört somit neben "Derrick" zu den Bestsellern des ZDF im Ausland. Die Schwarzwaldklinik bis heute die erfolgreichste deutsche Arztserie aller Zeiten.
Millionen Menschen pilgerten in den Schwarzwald um die Drehorte der Schwarzwaldklinik zu sehen, auch heute noch.
„Ich werde spielen bis ich umfalle“, sagte er an seinem 65. Geburtstag, die Schauspielerei war sein Leben.
Seit 1960 war Wussow in zweiter Ehe mit Ida Krottendorf (1927-1998) verheiratet. Aus dieser Ehe stammen Tochter Barbara und Sohn Sascha, die beide in die Fußstapfen der Eltern getreten sind.
Klausjürgen Wussow verließ seine Frau mit 61 Jahren nach langjähriger Ehe und ließen sich 1991 scheiden. Ida Krottendorf erlag ihrem Krebsleiden 1998. Über die Presse wurden die Auseinandersetzungen breit ausgeschlachtet und zwischen den Kindern Barbara und Sascha herrschten einige Jahre Funkstille, bis sie endlich wieder zueinander fanden und die Kinder ihm verzeihen konnten. Barbara Wussow sprach bei der Trauerfeier sehr liebevoll von der Versöhnung mit Ihrem Vater.
Zuvor war er mit Jolande Frantz verheiratet. Aus dieser Ehe stammt Konstanze Wussow, die mittlerweile selber 3 Kinder hat und Theaterwissenschaft studiert hat.
1992 heiratete er die 26 Jahre jüngere Journalistin Yvonne Viehöver, die er bei einem bei einem Interview kennen gelernt hatte. In den 80-er Jahren schrieb er unter anderem 3 Bücher: „Mein Leben als Chefarzt Dr. Brinkmann von der Schwarzwaldklinik“, „Prof. Brinkmann und ich“, sowie „Schwarzwaldklinik-Professor Brinkmanns neues Leben“, bei denen ihm Yvonne Viehöver behilflich war.
Aus dieser Ehe stammt Sohn Benjamin der 1993 das Licht der Welt erblickte.
Aber auch dieser Ehe hielt nicht und der schmutzige Scheidungskrieg wurde mehr als ein Jahr über die Presse ausgetragen, bis endlich nach einigen geplatzten Scheidungsterminen 2003 die Scheidung gerichtlich durch war. Sohn Benjamin blieb bei seiner Mutter, die im September 2006 leider ihrem Krebsleiden erlegen ist. Seitdem lebt Benjamin bei dem letzten Lebensgefährte von Yvonne „Jörg Wollny“.
Kurz darauf lernte er die Witwe Sabine Scholz (von Boxlegende Bubi Scholz) kennen, die ihn sofort bei sich zu Hause aufnahm und er in dieser Zeit nach der Scheidung, sehr dankbar darüber war. Wussow hatte in einem Interview bedauert, sein Leben lang von den Frauen ausgenutzt worden zu sein, ohne Sabine Scholz würde er auf der Straße stehen. 2004 haben die beide ohne jeglichen Medienrummel geheiratet.
Er machte sich einen Namen als Maler, Schriftsteller und grossartigen Theater -und Fernsehschauspieler. Seine musikalische Ader lebte er am Klavier aus und hörte gerne klassische Musik u.a. Rudolph Schock.
Er war Mitgründer und Schirmherr der „Kinderkrebsnachsorgeklinik in Tannheim“, ohne ihn würde es diese Klinik nicht geben. Sein Lebenswerk und die Schirmherrschaft haben Sascha und Barbara übernommen.
Im Juli 2006 nach mehreren Zusammenbrüchen und gesundheitlichen Problemen in seinem Haus in Berlin, wurde er in ein Pflegeheim nach Straussberg eingeliefert, indem er regelmässige Therapien und Anwendungen bekam, um seinen Gesundheitszustand zu stabilisieren. Zusammen mit seinem Betreuer ging er am See spazieren, besuchte eine Musikstube wo er dann auch auf dem Klavier spielte und freute sich auf die Post, die er von uns Fans bekommen hat.
Weihnachten 2006 durfte er von der Seniorenresidenz über die Feiertag nach Hause, jedoch kurz vor Silvester erlitt er einen erneuten Kreislaufkollaps und wurde in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert.
Das letzte Jahr war von Höhen und Tiefen des Schauspielers gezeichnet, mehrere kleinere Schlaganfälle, Herz-Kreislaufkollaps.
Seit März 2007 befand sich Klausjürgen Wussow auf der Intensivstation in der Rüdersdorfer Klinik. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich und am 19.06. 2007 verstarb Klausjürgen Wussow im Alter von 77 Jahren im Rüdersdorfer Krankenhaus.
Am 30.06.2007 fand die würdevolle Trauerfeier in der Berliner Gedächtniskirche, sowie die anschliessende Beisetzung auf dem Friedhof in der Heerstrasse (Charlottenburg) statt (siehe Abschied in Berlin).
Seine grosse Fan-Gemeinde trauert um einen der hervorragensten Schauspieler aller Zeiten, und um „Professor Brinkmann“. Sein Lebenswerk und Denkmal „Die Schwarzwaldklinik“ wird immer mit ihm in Verbindung stehen und dadurch wird er nie in Vergessenheit geraten.
Auszeichnungen:
Österreichische Ehrenstaatsbürgerschaft
1985 Bamby
1987 Ehrenprofessur
1987 den Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
Autor:Tanja Junginger, geändert am 25.07.2007