Hannelore Elsner mit ihrem Sohn Dominik, 2008

Hannelore Elsner
wurde am 26. Juli 1942 im bayrischen Burghausen geboren, wuchs in München auf und verbrachte ihre Schulzeit im Internat, da sie bereits mit acht Jahren den Vater verloren hatte. Später besuchte sie die Schauspielschule in ihrer Geburtsstadt, schloss diese 1962 mit Diplom ab und erhielt erste Engagements an der "Kleinen Komödie" sowie den "Kammerspielen.

Ihr Leinwanddebüt gab die Schauspielerin mit 17 Jahren in dem Film "Immer die Mädchen", ab Mitte der 60 Jahre sah man sie u. a. in Unterhaltungsfilmen wie "Herrliche Zeiten im Spessart" (1967) oder in den "Paukerfilmen". Gleichzeitig startete sie eine großartige Karriere im Fernsehen, übernahm Rollen in so beliebten Krimi-Serien wie "Dem Täter auf der Spur", "Stahlnetz" oder "Kriminalmuseum".

Ab den 70er Jahren wurden die Rollen anspruchsvoller, Hannelore Elsner avancierte zu einer der Hauptprotagonistinnen des deutschen Autorenfilms, profilierte sich als Charakterdarstellerin und konnte die volle Bandbreite ihres schauspielerischen Talents entfalten.Schon 1974 hatte Hannelore Elsner die Titelrolle in der erfolgreichen ZDF-Serie "Die schöne Marianne" übernommen, in den 80er Jahren wirkte sie nach der Geburt ihres Sohnes Dominik im Jahre 1981 neben einigen "Tatort"-Folgen in vielen weiteren populären Fernsehserien mit, war ab 1985 die Maria Rotenburg in der "Schwarzwaldklinik". Sie spielt in dieser Serie die Geliebte von Professor Brinkmann (Klausjürgen Wussow).Sie lernen sich auf einer Reise nach Amerika kennen. Nach der Rückkehr in den Schwarzwald führt dies zu einer heftigen Ehekrise zwischen seiner Frau Christa Brinkmann (Gaby Dohm) und Professor Brinkmann muss sich zwischen zwei Frauen entscheiden.

Ab 1994 übernahm sie dann die Rolle der Lea Sommer in der Serie "Die Kommissarin", hatte damit ungeahnten Erfolg und wurde für ihre Leistung mit dem "Telestar" als "Beste Hauptdarstellerin" ausgezeichnet; seit Januar 2006 ist Hannelore Elsner mit neuen Folgen als "Kommissarin auf dem Bildschirm präsent.

Einer ihrer jüngsten Filme, welcher ursprünglich nur für das Fernsehen geplant war, kam Anfang Januar 2005 in die Kinos: In der unorthodoxen Familienkomödie "Alles auf Zucker"  überzeugt sie unter der Regie von Dani Levy einmal mehr als Komödiantin und mimt die Ehefrau des schlitzohrigen Zockers und in der DDR gefeierten Sportreporters Jaeckie Zucker (Henry Hübchen), der in eine tiefe Krise gerät.

Erhard Riedlsperger drehte mit ihr das NDR-Psychodrama "Die Spielerin, 2005, nach Motiven des Romans "Der Spieler" von Fjodor Dostojewski, Rudolf Thome besetzte sie als Annabella Silberstein in dem Kinostreifen "Rauchzeichen" (2006) sowie als Protagonistin Johanna Perl, die sich in "Du hast gesagt, dass Du mich liebst, 2006, einem viel jüngeren Mann hingibt.

Hannelore Elsner, die "Frau ohne Alter", zählt mit anspruchsvollen Rollen zu einer der populärsten Frauen sowohl im Fernsehen als auch im Kino und auf der Bühne, wird von Publikum und Presse gleichermaßen hochgelobt.
Sie verkörpert eine frauliche Ausdruckskraft, in der Schönheit, Selbstbewusstsein und Erotik auf faszinierende Weise zueinander finden.

Am 19. Mai 2006 wurden die Leistungen der Ausnahmeschauspielerin mit dem Bayerischen Fernsehpreis "Blauen Panther" gewürdigt, ihre hochrangige Auszeichnung für ihr filmisches Lebenswerk nannte die Schauspielerin einen "Etappensieg". Ministerpräsident Stoiber würdigte Elsner als "First Lady" des deutschen Fernsehens und sagte unter anderem: "Mit ihrer wunderbaren Wandelbarkeit ist Hannelore Elsner längst eine Legende und eine der vielseitigsten Schauspielerinnen im deutschen Film und Fernsehen."
(Quelle BR)

Nach längerer Pause kehrte Hannelore Elsner auf die Bühne zurück, spielte im "Theater am Turm" in Frankfurt "Eine tot-normale Frau", ein intensives Solo, eine Art Vor-Studie zu "Mein letzter Film". Höchstes Kritikerlob erhält die Schauspielerin auch für ihre Lesungen und Veröffentlichungen von Hörbüchern, so für das 2001 erschienene Rilke Projekt "Bis an alle Sterne", wo sie neben Mario Adorf, Ben Becker und der Opernsängerin Montserrat Caballé mitwirkte.

Dass Hannelore Elsner eine hervorragende Lesestimme besitzt, konnte sie spätestens mit ihrer Aufnahme des Colette-Romans "Chérie" beweisen, der mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. 

Neben Senta Berger, Iris Berben und Hannelore Hoger gehört Hannelore Elsner zu den Frauen, die nicht nur auf dem Bildschirm mit dem "trüben" Altern gebrochen haben sondern sich mit Charme und Erotik starke Rollen erkämpfen. Sie räumen mit dem Jahrhunderte langen Klischee auf, dass Frauen jenseits der Fünfzig in der Gesellschaft zum "alten Eisen" gehören und treten als reife, selbstbewusste, begehrenswerte "Ladies" auf.

Hannelore Elsner war von 1964 bis 1966 mit ihrem Kollegen Gerd Vespermann verheiratet sowie in zweiter Ehe mit dem Verlagsleiter und Theaterdramaturgen Uwe Carstensen. Ab 1973 lebte sie an der Seite von Regisseur Alf Brustellin, der 1981 bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte. Sie hat einen Sohn Dominik, aus der Beziehung mit dem Regisseur Dieter Wedel.

Auszeichnungen:

1972 „Goldene Kamera“

1991 „Silberne Nymphe“

1997 „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“

2000 „Deutscher Filmpreis“

         „Deutscher Kritikerpreis“

         „Bayrischer Filmpreis“

2006 „Bayrischer Filmpreis“ – „Blauer Panther“

 

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