TV-Qualität: Eine Seltenheit! Ein paar Worte zu "Das Musikhotel"

Claudia Jung und Sascha Hehn, 2008

Aus dem Landgasthaus zur Sonne wird das "Musikhotel am Wolfgangsee"

Am 18.10.2008 strahlte die ARD zur besten Sendezeit endlich den schon im Vorfeld von Sascha Hehn aufs heftigste kritisierten Film „Das Musikhotel am Wolfgangsee" aus.
Großer Titel, großer Bezug zum Musikfilm „Im weißen Rössl am Wofgangsee“, das sollte es zumindest sein. Doch dies ist leider so gar nicht gelungen.

„Im weißen Rössl am Wolfgangsee", eine deutsch-österreichische Filmkomödie aus dem Jahr 1960, mit den Hauptdarstellern Peter Alexander und Waltraud Haas. Eine Verfilmung der gleichnamigen Operette von Ralf Benatzky. Für mich, ein herrlicher Film.

Immer wieder wurde versucht, eine Beziehung zu diesem damaligen Film zu finden. Die Titelmelodie tauchte an verschiedenen Stellen auf. Das Klavier, auf dem bereits Ralf Benatzky gespielt hatte, wurde verkauft. Und wen wundert es noch, natürlich an den Rösslwirt.

Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich von diesem Film halten soll. In einer Zeit, in der Marcel Reich-Ranicki seinen Fernsehpreis nicht annimmt. Und man davon ausgehen muss, das Fernsehmacher weiterhin nur auf die Quote schauen werden. Da hätte ich mir doch wirklich mal wieder einen Film gewünscht, der mich richtig gut unterhält.
Doch wahrhaftig, unterhalten hat der Film, aber leider auf seine ganz spezielle Art und Weise.
Gesucht habe ich zunächst bis zum Schluss den sogenannten „roten Faden" der Handlung. Aber irgendwie nicht wirklich gefunden. Sämtliche Probleme wurden durch musikalische Einlagen gelöst. Fast wie im wahren Leben, oder nicht ?????

Ein wenig Entschädigung bekam ich dann durch die gezeigten Landschaftsaufnahmen. Denn sie waren wirklich sehenswert. Aber gut, das war auch nicht weiter schwer in dieser örtlichen Umgebung.

Eine musikalische Untermalung des Films hat mich sehr an eine Melodie der "Schwarzwaldklinik"  erinnert. Sascha Hehn hat auf Frank Elstner und die versteckte Kamera gewartet. Und ich auf Prof. Brinkmann, wenn dieser Einspieler kam. Klar, beide haben uns natürlich nicht die Ehre gegeben.

Für mich ganz große Klasse war jedoch Sascha Hehn. Er hat dem Film das Gerüst gegeben, er hat ihn zusammen gehalten. Sascha Hehn, der große Mime, hat seine Rolle einfach hervorragend gespielt Vor allem auch mal eine Rolle, die nicht nur durch Worte, sondern auch durch seine Mimik stark geprägt und betont wurde. Ein wirklich ganz großes Kompliment an ihn.
„Happy days und Musik" Eröffnungs- und Schlusssong des Films. Fröhliche, glückliche, zufriedene Tage und Musik, aber nicht mit diesem Film!
Ein gut gewollter Versuch der Produktion, an die alten, richtig guten Musikfilme anknüpfen zu wollen. Schon alleine die Tatsache, nur einen wirklichen Schauspieler und ansonsten nur Sänger "spielen" zu lassen, das ist schon völlig daneben gegangen. Dadurch wurde die Disharmonie der Geschichte nur noch sichtbarer. Da konnte auch Semino Rossi am Ende nichts mehr retten.

Fazit für mich: Sehr schade, ich wollte dem Film trotz heftiger Kritik im Vorfeld eine wirkliche Chance geben. Aber ich muss Sascha Hehn auf der ganzen Linie zustimmen. Er hat seine Kritik völlig zu recht geübt.
Also gehe ich weiterhin auf die Suche nach wirklich guten Filmen. Oder schaue mir eben die alten Sachen an, was anderes bleibt mir wohl derzeit nicht übrig.


In diesem Sinne
Petra Brodde (SWK-Meislein)
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