Interview mit Volker Brandt für unseren Schwarzwaldklinik-Fanclub

Dieses Interview unterliegt dem Copyright von„Tanja Junginger“ und Volker Brandt!
Gesamte oder auszugsweise Verwendung, sowie das Vervielfältigen der Informationen nur nach vorheriger Rücksprache! Jedem Missbrauch werden wir als Fanclub nachgehen.

Tanja: Herr Brandt, welche aktuellen Projekte/Lesungen stehen bei Ihnen an?

Volker Brandt: Das kann ich Ihnen genau sagen: Wir haben eine Tournee von einem Stück, dass ich jetzt in Düsseldorf gespielt habe.
Es heisst: „Die Überraschung“.
Das Problem ist, das eine weißhäutige Tochter (meine Tochter) einen schwarzen Jüngling kennen lernt. Das sind zwei Verliebte, sind schon verheiratet und haben ein Kind. Nun kommt das grosse Problem ob sie zusammen gehören oder nicht. Alle Vorurteile werden aufgezeigt - die Schwarzen möchten nichts mit den Weißen zu tun haben und die Weißen nicht mit den Schwarzen zu tun haben. Das Stück ist mit viel Musik, gut geschrieben und damit gehe ich jetzt auf Tournee.
Danach bin ich in Stuttgart und spiele ein Stück: „Eine Tochter und ein Vater“. Der Vater wollte von seiner Tochter jahrelang nichts wissen. Die Tochter schmeißt sich so unter den Deckmantel: „Ich bin ein leichtes Mädchen“. Der Vater nimmt sie mit nach Hause und sie kriegt langsam mit, was für ein Vater sie hat. Das geht bis Mai und danach ist wieder eine Tournee angesagt. Das sind so im groben die Termine. Natürlich dazwischen Lesetermine (so wie hier), Synchron oder mal eine Werbung- es ist immer etwas zu tun. Ich mache eigentlich alles.
Tanja: Also sehr vielseitig beschäftigt und immer unterwegs!

Tanja: Jetzt kommen wir etwa auf die Schwarzwaldklinik zu sprechen:
Welche Erinnerungen haben Sie an die Dreharbeiten zur Schwarzwaldklinik?

Volker Brandt: Meine Erinnerungen sind landschaftlich und auch freundschaftlich ganz auf das Esamble was dort gespielt hat ausgerichtet. Das hat sich noch mal wiederholt bei der Wiederaufnahme, die wir alle am Bodensee gedreht haben. as war so schön, dass wir eigentlich dachten - wir sind unsterblich. Also nicht von der Serie her, sondern weil wir alle so frisch und so jung und lustig drauf waren, dass wir dachten wir können das Stück weiter drehen. Das war aber nicht so. s sind eine ganze menge mittlerweile gestorben (die ich jetzt nicht alle aufzähle).
Es könnte jetzt in der Weise wie es geplant/angedacht war, kann es nicht mehr stattfinden. Es könnte aber stattfinden als Schwarzwaldklinik oder man kann es auch anders nennen……..Sie haben glaub einen anderen Namen genannt?
Tanja: Die Klinik im Schwarzwald
Also ich könnte mir vorstellen, dass es ein Publikum findet, wenn man das natürlich so gut schreibt wie dieser Autor damals geschrieben hat. Dann könnt ich mir auch ein weiteres Revival vorstellen, wo man dann einfach sagt, dass es so gut ankommt, das Konzept ist so gut.
Aber es sind heute sehr viele Arztsendungen unterwegs, dass man denken muss: Was kann man noch besonderes aus so einem Buch machen, damit es diesen Erfolg bekommt, den es heute haben muss Einschaltquoten mässig. Die sind ja heute auf Einschalten und Quote aus - da muss man schon etwas attraktives finden. Das kann nur aus einem Buch kommen. Es muss auch durch die Schauspieler kommen, die müssen auch Persönlichkeit haben, wie das bei der SWK der Fall war. Es waren alles sehr gute Theaterschauspieler- es waren alles Profis. Das ist ja heute nicht mehr der fall. Normalerweise sind heute so viele Laien und Leute unterwegs, die einfach schwach sind- optisch schwach und überhaupt. Das könnte es nicht bringen.
Ich könnt mir vorstellen, dass dies wieder ein Hit würde.

Tanja:  Wären Sie wieder bereit bei einer Neuauflage mitzumachen?
Volker Brandt: Ja ich wäre bereit, selbstverständlich!

Es sind ja eine Menge übrig, Sascha Hehn, Christian Kohlund usw. Die sind ja alle noch im besten Alter- die könnten alle Chef´s werden.
Tanja: Sascha Hehn ist ja schon in „Neue Zeiten“ der Chef geworden.
Volker Brandt: Ja er ist ja schon der Chef und so soll es auch bleiben!
Ich kann mir das alles gut vorstellen auch mit dem Sohn Wussow. Da gäbe es eine Menge Anknüpfpunkte.

Tanja: Was haben Ihre Rolle als Dr.Schübel und Sie gemeinsam? Oder gibt es keine Gemeinsamkeiten oder nur sehr wenige?

Volker Brandt: Jaaahhhhhhhhhhh…………Bei mir wird immer gleich angenommen, wahrscheinlich weil ich die Locken habe: „ Is krus das Haar, is krus der Sinn“, so sagt man auf gut Norddeutsch. Also krause Haare, krause Gedanken…………….

Es ist halt so, dass ich als, das war im Traumschiff auch der Fall, als Tatortkommissar nicht - auf alle Fälle mit meiner Lustigkeit und dieser Fröhlichkeit die Menschen anspreche. Und das trotz der Sünden die er macht- Spieler und als Liebhaber und immer wieder Liebhaber, dass das  natürlich mit meiner Fröhlichkeit zu tun hat. Da darf man keinen nehmen, wo die Leute sagen könnten: „Das ist aber ein Schwein“. Es muss schon jemand sein, den man verzeiht und in sofern war ich da richtig besetzt.
Aber mein persönliches Leben hat damit gar nichts zu tun. Weder gehe ich spielen…..Gut die Freundinnen, das ist aber nicht wie bei Dr. Schübel, weil der hatte ja eine ganze Menge auch als Not. Auch weil er natürlich seine Familie woanders wohnen hatte. Er war eben alleine und dann hat er sich in diese Schwestern da alle verliebt. Die sind ja alle jung und knackig gewesen. Das würde mir dann so nicht passieren!
Gut, wenn ich eine Kollegin treffen würde die mir gut gefiele, könnte es sein, (wenn man das überhaupt andenkt), dass man sich mag und mit ihr vielleicht etwas Essen geht und mit ihr vielleicht auch ein Verhältnis anfängt. Also in sofern deckt sich das dann in diesem Bereich

Tanja:  Hat der Erfolg der SWK damals Ihr Leben verändert? Werden Sie heute noch auf diese Rolle angesprochen?

Volker Brandt: Das kann man nur in Punkto „Popularität“ sagen, weil Tatort wird zwar gesehen, wird aber als Kommissar ernst genommen, während diese Serie noch populärer war und es an sich hatte, dass die Leute einen auf der Strasse gerne angesprochen haben. Kommissare spricht man nicht so gerne an, aber einen Arzt der ein bisschen lustig und fröhlich drauf ist und ein guter Arzt ist (das haben mir schon viele gesagt). Aber er macht halt so seine Geschichten, was das Publikum gut anspricht und in sofern hat sich dies ein wenig bei mir verändert, aber nur ein bisschen.
Es ist ja auch schon ein bisschen her, mein normales Leben ist jetzt drauf aufgebaut, dass manche manchmal Schwarzwaldklinik…….Die tuscheln dann immer wenn Sie mich sehen….Ssssschsch…..Schwarzwaldklinik oder Schsch …….Schauspieler. Ta at atortkommissar hör ich nie.
Deswegen ist das eigentlich immer so ein wenig aus dieser Zeit übrig geblieben.

Tanja:  Nun kommen wir etwas auf Klausjürgen Wussow zu sprechen. Was verbindet Sie mit ihm? Gibt es eine Szene mit ihm zusammen an die Sie sich gerne zurück erinnern?

Volker Brandt: Ja, an eine Szene erinnere ich mich, da hat er mich vom Bahnhof abgeholt. Hatte wieder mal gar kein Geld – war irgendwie nachts spielen gegangen in Freiburg in der Spielbank und bin abends am Bahnhof gesessen. Und habe ihn angerufen und er hat mich dann abgeholt. Und hat mich ernsthaft ins Gebet genommen. Ansonsten haben mir seine Szenen, die ich mit ihm hatte, wo er immer so der strenge Vater war, sehr gut gefallen. Wie er das immer angelegt hat, dass er immer ein väterliches und zurechtweisendes Potential hatte. Und da war zwischen uns immer eine sehr freundschaftliche Stimmung.
Wir haben auch einmal eine ganze Nacht versoffen, sozusagen.
Wir sind abends angekommen, fanden einen schönen kalten Wein vor und dann haben wir da gesessen bis früh morgens (lacht herzlich). Er war eigentlich ein sehr fairer Mensch und ich kenne auch seine Kinder alle.

Ich habe eigentlich bis zur Beerdigung Kontakt gehabt (ich gehe nicht gerne und nicht oft auf Beerdigungen). Das war ja ein Staatsbegräbnis, muss ich sagen, das wird auch nie wieder so sein, das man einem Schauspieler ein derartiges Begräbnis gibt in der Stadt. Mitten in der Stadt Berlin, nicht mal die Politiker haben heute so einen Ruf, dass man ihnen solch eine Beerdigung geben könnte. Höchstens noch ganz große Künstler, so Hollywood vielleicht. Oder jetzt war hier der Haider, da kommen auch 10.000, aber beim Haider hat das noch andere Bezüge. Aber bei Wussow, das war schon so was wie Kultur und  Geschichte.
Ich habe neulich ja auch Gedichte von ihm gelesen. Das war so ein Nachruf und da hatte er ein Buch, da waren auch Zeichnungen. Die haben so eine Sendung gemacht (NDR: Abschied ist ein leises Wort) und da haben sie sich im Theater aufgenommen. Was ich dazu zu sagen habe und ich habe Gedichte von ihm gelesen. Das war eigentlich so unser Teppich. Das ist heute auch nicht mehr so. Er war ja auch bei Gründgens gewesen, ich auch, und wir hatten an der Ecke etwas miteinander zu erzählen. Und das ist heute nicht mehr so. Sie kommen zu Proben, es wird schnell gedreht und dann sagen Sie auf Wiedersehen. Und nicht mal guten Tag. Es ist alles sehr unpersönlich, schnell, schnell und dann vor allem Quote.

Tanja:  Wie haben Sie Ihre Lebensgefährtin Susanne Meikl kennen gelernt?

Volker Brandt: Sie habe ich kennen gelernt auf der Bühne. Da gab es noch das Theater: Komödie am Max Zwei, das ist ja leider eingegangen. Da hatten wir Proben für ein Stück, das hieß „Mein Vater, der Junggeselle“ und da haben sie uns in ein Bett gesteckt. Wir mussten nämlich zusammen aufwachen. Als die Sonne aufging, mussten wir verliebt aus dem Bett steigen. Da haben wir uns dann kennen und lieben gelernt und das ist auch schon wieder zwölf Jahre her. Und trotzdem hat es gehalten. Trotzdem arbeiten wir sehr viel zusammen, haben viel auf der Bühne zusammen zu tun. Sie ist Regieassistentin, wie jetzt gerade in Düsseldorf und auch in Stuttgart, da ist nur eine Rolle der Tochter und dafür ist sie doch schon etwas zu alt dafür. Wir haben eigentlich unser Glück da gefunden, sozusagen und wie gesagt, das ist jetzt schon wieder zwölf Jahre her. Man glaubt es gar nicht.

Tanja:  Welche persönlichen Eigenschaften mögen Sie an sich selbst besonders?

Volker Brandt: Ich bin eigentlich ein solider Typ, erstmals habe ich immer gute Laune. Es deprimiert mich alles Mögliche, aber ich muss dies verarbeiten.
Mein persönliches Leben ist auch sehr glücklich, weil auch meine Kinder alle zu mir halten. Und die Frauen sind auch nicht allzu grauselig. Und wir sind auf Tournee und wir arbeiten. Und wenn man auch was verdient dabei, ein bisschen, dann kann man auch die Entscheidung, Schauspieler geworden zu sein, im Nachhinein als gut betrachten. Was ja nicht immer der Fall ist, weil viele Schauspieler sehr unglücklich in diesem Beruf sind. Und viele Schauspieler können den Beruf gar nicht mehr machen, weil sie gar keine Aufträge haben. Und das ist bei mir von Anfang an gut gelaufen Schon die Falkenburg-Schule war toll, dann die Engagements bei Gründgens. Dann war ich in Frankfurt/ Wien im Josephtheater, dann war ich im Schiller-Theater fünf Jahre. Und dann war ich noch im Badischen Staatstheater in Karlsruhe. Da hab ich nur Theater gemacht und noch kein Fernsehen. Und dann begann die Fernsehkarriere. Jetzt bin ich halt ein Allround-Tournee-Schauspieler, spreche auch mal eine Werbung. Das Geld ist weniger geworden, sie müssen heute auch mal weniger Tourneen spielen. Früher habe ich mit Senta Berger noch 130 x  ein Theaterstück gespielt, was die heute gar nicht mehr bezahlen können. Deswegen werden sehr viele fröhlichere Sachen gemacht. Mit Gesang wird gesucht, das mögen die Leute gerne. Meine nächste Aufführung haben 45 Vorstellungen gebucht, und das ist schon ganz gut.

Tanja:  Auf welche Eigenschaften würden Sie am liebsten verzichten?

Volker Brandt: Na ja, ich möchte nicht eifersüchtig sein, ich spendiere auch manchmal viel zu viel. Erst gestern sind wir auf der Auer Dult gewesen und dann hatte ich zwei Frauen bei mir (da müssen Sie hingehen, das ist einmalig hier- etwas ganz münchnerisches noch bis Sonntag) Susanne und ihre Schwägerin dabei. Da hab ich mal wieder soviel Geld ausgegeben für Schmuck, Essig und Öl, man kriegt da alles.

Tanja:  Welchen Hobbies gehen  Sie nach, bzw. was machen Sie gerne, wenn Sie etwas Zeit für sich haben?

Volker Brandt: Ich mach gerne Musik. Ich hab jetzt Saxophon gelernt und Klarinette. Das sind zwei Instrumente, Klarinette hab ich schon gespielt und Saxophon hab ich neu gelernt. Und ich spiele auch auf der Bühne Klarinette.

Tanja:  Was halten Sie von unserem Fanclub? Haben Sie schon einmal unsere Seite besucht?

Volker Brandt: Ich habe die Seite schon mal gesehen und ich finde es ganz toll, dass sich jemand so treu an die Sache wendet. Und das man vielleicht doch wieder eine Möglichkeit findet, eine Neufassung zu finden. Wenn Sie die richtigen Leute finden, die richtigen Sender, die richtigen Redakteure, dann kann es durchaus der Fall sein, dass sich eine neue Möglichkeit ergibt, z.B. mit Günter Gütersloh.

Tanja: Zu guter Letzt: Möchten Sie Ihren Fans eine kleine Nachricht überbringen?

Volker Brandt: Ja!
Liebe Fans, wenn ihr älter werdet, denkt nicht, ihr werdet döffer oder ihr habt kein Gedächtnis mehr oder ihr braucht nicht mehr ein Instrument zu lernen. Wie gesagt, ich habe nur gute Erfahrungen damit gemacht und die SWK-Fans sind/werden ja alle älter. Also lasst Euch nicht erzählen, ihr seid alt.
Die meisten Menschen haben es leider an sich, dass sie sagen, wir sind jetzt alt und wir müssen jetzt alt spielen. Also nicht alt spielen, sondern ganz normal das Leben leben, wie es ist. Und nicht denken, irgendetwas lässt nach. Es kommen andere Dinge dazu, wenn man älter wird und deswegen ist es ganz wichtig, das man sich nicht auf Krankheiten oder auf „ich bin jetzt alt“ oder so was verlässt. Sondern das man sagt „Wieso, ich bin doch nicht alt und bin doch nicht krank  oder ................“
Das ist meine Botschaft an die Älteren als Dr. Schübel.

 

Lieber Herr Brandt, ich bedanke mich von ganzem Herzen für die entgegengebrachte Zeit, das erfrischende Interview mit Ihnen und die vielen schönen Momente, die ich/wir mit Ihnen erleben durften. Diese Begegnung wird noch lange nachwirken! Ich bedanke mich vielmals. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Spass mit Ihren Projekten.Auf bald!

Autor: Tanja Junginger, Fanclubleiterin des Schwarzwaldklinik-Fanclubs
Diese Interview wurde auf Tonband aufgezeichnet und mit den Worten von Volker Brandt wiedergegeben!

Das Interview fand ihm Anschluss an die Lesung aus dem Fantasy-Roman: "Allendas" statt.
Weitere Informationen zum Buch (das ich nur jedem empfehlen kann) findet ihr unter  www.allendas.com
Diese Veranstaltung wurde organisiert von PERPICX Media.
Ich möchte mich nochmals herzlich bei Herrn Conradi für die freundliche Einladung, sowie für die Hilfsbereitschaft und den freundlichen Empfang bedanken!

 

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