München,30.10.2007
"Ich bin genauso stark und störrisch wie Scarlett!"
Schauspielerin Barbara Wussow spielt nicht nur selber gerne große
Gefühle, sondern ist auch ein Fan der Kinoromanze VOM WINDE VERWEHT.
Tele 5 zeigt den achtfach oscarprämierten Herzschmerz-Klassiker an
Allerheiligen, den 1. November 2007, um 20.15 Uhr.
Im Tele 5-Interview spricht die aparte Schauspielerin (46) über das
Erfolgsrezept des größten Liebesfilms aller Zeiten, ihre Ähnlichkeit
zu Scarlett und darüber, dass man Filous besser nicht heiraten
sollte.
Tele 5: Wann haben Sie VOM WINDE VERWEHT zum ersten Mal gesehen?
Barbara Wussow: Genau in der richtigen Zeit, als junges Mädchen
mit 14, 15 Jahren
Tele 5: Haben Sie auch die Romanvorlage gelesen?
Barbara Wussow: Ja, ich hab auch das Buch gelesen, das ich genauso
gut fand wie den Film. Für mich war beides fast deckungsgleich.
Tele 5: Haben Sie den Film öfter gesehen?
Barbara Wussow: Natürlich, ich kann gar nicht zählen wie oft, aber
schon sehr, sehr oft. Er ist immer wieder gut, ein großes Epos. Es
ist auch, finde ich, sehr wichtig, ihn gesehen zu haben und mit ihm
heranzuwachsen, weil man ihn immer wieder anders sieht. Die Gefühle,
die diese Liebesgeschichte auslöst, ändern sich mit dem Alter, in dem
man den Film ansieht. Ich weiß noch, dass ich mir mit 14 nur
gewünscht habe, auch so schöne Kleider zu tragen. Später dachte ich
mir, ich möchte genauso stark und unabhängig sein wie Scarlett. Und
genauso auf meiner Meinung beharren gegenüber allem und jedem. Und
wie ich dann in den Beruf kam und Schauspielerin wurde, hab ich den
Film wieder von einer anderen Warte aus gesehen. Dann sieht man nicht
nur die Kostüme und die Maske, sondern auch, wie die Schauspieler
spielen, wie die Ausstattung ist und die Haupt- und Nebendarsteller
zueinander stehen.
Tele 5: Worin glauben Sie, liegt das Erfolgsrezept des Films?
Barbara Wussow: Ich glaube, es ist einfach ein unglaublich
gelungenes Kochrezept. Da stimmt einfach alles. Das Buch ist gut, die
Besetzung ist hervorragend, bis in die kleinsten Nebenrollen. Ich
denke da zum Beispiel an Hattie McDaniel, die für ihre Rolle als
Scarletts dicke Nanny völlig zu Recht den Oscar als beste
Nebendarstellerin bekommen hat. Und auch die Ausstattung und die
Kostüme sind ein Traum. Alles ist aus einem Guss.
Tele 5: Wie finden Sie Vivien Leigh als Scarlett?
Barbara Wussow: Wunderbar! Ich könnte mir für die Rolle kaum eine
andere vorstellen. Viele Jahre später gab es ja noch einmal ein
Casting für ein Remake. Ich weiß noch, dass mein Mann, Albert
Fortell, für den Ashley Wilkes, Scarletts große Liebe, im Gespräch
war.
Tele 5: Würde Sie denn die Rolle der Scarlett reizen?
Barbara Wussow: Da müsste auch alles zusammen stimmen. Es müsste
eine neue Adaption des Buches sein. Eins zu eins könnte man es meiner
Meinung nach heute nicht mehr machen. Man würde immer wieder mit
Vivien Leigh verglichen werden, und das ist nicht gut. Die Rolle an
sich wäre sehr schön, aber man müsste einfach wieder so einen Guss
zusammenbringen, wie es damals geschehen ist.
Tele 5: Für wen hätten Sie sich entschieden: für Rhett Butler oder
Ashley Wilkes?
Barbara Wussow: Auf jeden Fall für Rhett Butler, der ist ja viel
interessanter. Man verliebt sich oft in die Filous - nur heiraten
sollte man sie dann lieber nicht! (lacht)
Tele 5: Die Scarlett ist ja eine unvergessliche Frauenfigur.
Stark, störrisch, eigensinnig und unwiderstehlich. Sehen Sie da
Parallelen zu sich selber?
Barbara Wussow: Ja, in gewisser Weise schon. Stark bin ich,
störrisch auch manchmal, dafür bin ich Widder genug. Eigensinnig
auch, davon weiß mein Mann ein Lied zu singen. Ja, da gibt es schon
Parallelen. Auch Scarletts Lebensmotto "Morgen ist auch noch ein Tag"
finde ich wunderbar. Diesen Satz hab ich mir auch in mein Tagebuch
geschrieben. Viele Dinge kann man heutzutage nicht schaffen, und dann
sagt man sich: "Morgen ist auch noch ein Tag, man muss nicht alles
heute schaffen."
Tele 5: Welche aktuellen Projekte stehen bei Ihnen an?
Barbara Wussow: Ich komme gerade aus Umbrien zurück, wo ich fünf
Wochen gedreht habe, mit Thomas Heinze als Partner. Eine wunderschöne
Liebesgeschichte mit dem Titel "Italien im Herzen". Mit großen
Gefühlen, die ich doch sehr gerne spiele. Deswegen tun mir auch Filme
wie VOM WINDE VERWEHT sehr gut, weil die mich so gefangen nehmen,
dass ich auch als Schauspielerin mal wegtauchen kann.
Das Interview führte Elke Eckert.
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Bei diesem Interview mit Tele 5 handelt es sich um ein "Exklusiv-Interview"
Meinen herzlichsten Dank geht an Frau Eckert, für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung auf unserer Homepage.