Nachdem wir unseren Strauss abgeholt haben näherten wir uns der Gedächtniskirche. Es war schon alles weiträumig abgesperrt und unzählige Menschen, Reporter und Zeitungen tummelten sich hinter der Absperrung. Kaum sind wir angekommen, kamen schon Reporter auf uns zu (u.a.Brisant), Reporter von Zeitungen (u.a. Bild) und wollten ein kurzes Interview, bevor wir in die Kirche gingen.Kaum war ein Reporter bei mir, haben sich Fritz und Kevin abseits gestellt.Na toll, dachte ich nur:-)
Wir können dies gar nicht in Worte fassen, was an der Gedächtniskirche für ein Trubel war.Gegen 10.15 Uhr durften die geladenen Gäste, nachdem wir die Einladung vorzeigten und unseren Namen sagten, in die Kirche gehen. Rechts und Links hunderte von Menschen und unzähligen Reportern die nur noch geblitzt haben, so dass man kaum etwas sah.
Der Weg zum Kircheneingang hatte sich schnell zu einem schwarzen „roten Teppich“ entwickelt, einfach unfassbar, was wir da erlebt haben.
Am Kircheneingang wurden wir herzlichst von den Aufsehern begrüsst und ich klärte sofort ab, wo ich unseren Strauss ablegen darf.
In der Kirche wies uns Wolfgang Rademann auf die Plätze für die geladenen Gäste ein und dort fanden wir die Trauerordnung vor mit einem Zitat auf der Rückseite von Klausjürgen Wussow:
„Du gabst mir alles, Herr, in deiner Güte. Leben , Qual und Freude.“
Vor uns setzte sich Ilona Grübel, die sich zu uns drehte und uns herzlich und offen begrüsste mit den Worten: „Schade dass man sich zu so einem Anlass kennenlernt“. Hinter uns setze sich Jochen Schroeder, der uns vorher auch herzlich begrüsste.Nachdem Torsten (Betreuer von Klaus) in der Kirche Platz nahm suchte er nach uns, ob wir schon da sind. Ich sah ihn sofort und gab ihm ein kleines Handzeichen und wir verständigten uns kurz über Zeichen.
Bis ca. 10.45 Uhr nahmen nach und nach die geladenen Gäste Platz und dann erst wurde die Kirche geöffnet für die Fans, die draussen standen.
Es waren ungefähr rund 200 geladene Gäste anwesend und viele Fans bekamen die Möglichkeit an der Trauerfeier teilzunehmen.
Vorher habe ich unseren Fanclub noch in das Kondolenzbuch eingetragen und habe unser Trauergebinde zu den anderen abgelegt. Die Blumenpracht sah wunderschön aus, die vielen Stabkerzen umringten das Foto von Klausjürgen Wussow und spendeten Wärme und eine ruhige Atmosphäre.
Kurz nach 11 Uhr begrüsste Jürgen Fliege die Trauergemeinde mit den Worten „Heute sind unzählige Menschen gekommen, denen Klausjürgen Wussow sehr nahe war“.
Er las einige Zeilen aus Klausjürgen Wussows Buch „Eines Schattens Traum ist der Mensch“ vor und sprach von seiner Sehnsucht nach Stille, nach Einfachheit und bezog vor allem seine 4 Kinder in dieser Ansprache mit ein: „Die wichtigste Spur, die er hinterlässt, sind seine Kinder, ohne Unterschied, sie gleichen ihm und sind ihm alle gleich lieb.“
Fliege sprach von Licht, Glanz und Schatten im Leben von Klausjürgen Wussow und dass jede Krise seines Lebens notwendig war.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst mit einem Stück von Rudolph Schock
" Es wird im Leben dir mehr genommen (als gegeben)".
Sehr bewegend und aussagekräftig waren die ganz persönlichen Abschiedsworte, die nach der Predigt vorgetragen wurde von Barbara und Sascha Wussow, Christian Kohlund und Markus Schächter (ZDF-Intendant).
Christian Kohlund machte den Anfang und las aus einem aufmunternden Brief an ihn von Klausjürgen Wussow vor: „Behalten Sie Ihre Angst und Ihre Zweifel und entwickeln Sie dadurch Ihre Stärke“. Er erzählte sehr berührend und ergreifend von seinen Begegnungen mit Klausjürgen Wussow, der für Kohlund ein Held gewesen war und ihn in als Vorbild nahm.
Seine Abschiedsworte schloss Kohlund mit den Worten: „Ich glaube, Klaus hatte sein ganzes Leben einen Wunsch, auch wenn er das vielleicht selbst nicht gewusst hat. Er wollte eingeschrieben sein in das Buch der Liebe. Klaus du stehst in diesem Buch“.
ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte Klausjürgen in seiner Rolle als „Professor Brinkmann“. “Er war eine Legende des ZDF. Er war ein Arzt, wie man ihn sich wünscht . Der grosse Quotenerfolg der „Schwarzwaldklinik“ sei ihm zu verdanken gewesen. Er war der Chefarzt der Herzen, der Halbgott in Weiss und hat den Zuschauern Menschlichkeit nach Hause gebracht. Dankeschön Klausjürgen Wussow.“ Er würdigte sein Engagement für krebskranke Kinder in Tannheim und sein Lebenswerk, was er aufgebaut hatte.
Es war vorgesehen, dass Herr Wehrle (Leiter der Kinderkrebsnachsorgeklinik in Tannheim) letzte Worte zum Abschied aussprechen darf. Sehr enttäuschend war es, dass Fliege, dies einfach gestrichen hatte, obwohl es das „Lebenswerk“ von Klausjürgen Wussow gewesen ist. Ohne ihn würde es diese Klinik heute nicht geben.
Sascha Wussow trug ein Gedicht vor und sprach sehr bewegt und berührend seinen Papi an: “Papi, wie schon bei der Mami, schlaf gut und gute Nacht. Aber guten Morgen, bis wir uns Wiedersehen“
Barbara Wussow trug das Gedicht: „Auf der anderen Seite des Weges“ und sagte: „Papi du stehst jetzt auf der anderen Seite des Weges“. Barbara sprach über die persönliche Versöhnung mit ihrem Vater und nahm Bezug auf die Familienverhältnisse: „Durch Deinen Tod führst du Menschen zusammen, die sich in der Zeit Deines Lebens nicht begegnet sind“. Sie verabschiedete sich mit den letzten Worten: Unser gemeinsamer Vater und Grossvater ruhe in Frieden. Gute Nacht Papa.“
Diese persönlichen Worte waren bei sehr vielen, so auch bei mir die bewegensten Momente der Trauerfeier und die Tränen stiegen mir in die Augen.
Nach dem Segen wurde der Sarg aus der Kirche getragen und wir reihten uns alle in den Trauerzug ein und folgten ihm aus der Kirche.
Kaum aus der Kirche draussen ging das Blitzlichtgewitter der Reporter aus allen Ecken wieder los, was mir echt zuviel war, aber es half ja nichts, wir mussten da jetzt durch. Die hunderte von Menschen standen hinter den Absperrungen um sich von "Professor Brinkmann" zu verabschieden.Das ist absolut nicht in Worte zu fassen und ich war froh als ich aus dem Blickfeld der ganzen Reporter war.
Wolfgang Rademann fing uns sofort am Ende der Kirche ab und sagte uns, dass wir in den schwarzen VIP-Bus einsteigen sollen. Die ersten Limousinen warteten schon etwas weiter vorne am Rand, bis alle in die Limousinnen und in den Bussen eingestiegen waren.
Vor dem Buseingang fing mich wieder „Brisant“ ab und wollte eine kurze Rückmeldung von mir, die ich irgendwie abgab, da ich einfach schnell von den Menschenmassen wegwollte und noch völlig in Gedanken versunken bei der Trauerfeier war.
Ich war froh, als ich endlich im Bus saß und mir das ganze von innen anschauen konnte.
In diesem Bus waren alle Kollegen/innen, sowie Wolfgang Rademann. Es war alles bestens organisiert worden von Wolfgang Rademann und er schaute, dass auch jeder geladene Gast mitkam.Beneidet habe ich ihn nicht, bei dem ganzen Trubel auch alle beisammen zu halten.