Im Anschluss an die Trauerfeier sammelte Wolfgang Rademann alle geladenen Gäste und zusammen stiegen wir in den VIP-Bus, welcher uns über den Kudamm zum in der Heerstraße gelegenen Waldfriedhof brachte.
Am Straßenrand hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, die dem langen Trauerzug nachschauten. Fritz Schill zählte vierzehn Limousinen und zwei Busse, welche rechts und links von Motorradpolizisten abgesichert wurden. Die Straße wurde dann mit den Motorrädern abgesperrt und somit dafür gesorgt, dass der gesamte Trauerzug zusammen blieb. Über diesen reibungslosen Ablauf war ich sehr beeindruckt.
Im Bus schaute mich Wolfgang Rademann an und fragte auf berlinerisch: "Na, fleissig Unterschriften gesammelt?", woraufhin sich einige zu mir umdrehten. Ich sagte nur "Ja".
In einer Seitenstraße beim Friedhof hielten alle Fahrzeuge nacheinander an, wir stiegen aus und gingen um die Ecke zum Eingang des Friedhofs, wo wieder alles abgesperrt war. Unzählige Reporter sorgten wieder für ein Blitzlichtgewitter und auch hier warteten sehr viele Menschen.
Auf dem Weg vor der Friedhofskapelle entdeckte mich Torsten sofort und endlich konnten wir uns begrüßen. Wir lernten auch Heike aus der "Musikstube" in Straussberg kennen, die Klaus öfters zusammen mit Torsten besuchte. Bei den Gelegenheiten schaute er auch unsere Homepage an, die ihm sehr gut gefiel. Heike gab Klaus zum Abschied eine Spieluhr mit ins Grab, welche Klaus sehr gut gefallen hatte.
Der Sarg wurde auf dem Platz vor der Kapelle aufgebahrt und kurz darauf begleitete der gesamte Trauerzug Klaus auf seinem allerletzten Weg.
Obwohl der Weg zum Grab abgesperrt war, standen viele Menschen auf den Wegen hinter der Absperrung um ihrem geliebten "Professor Brinkmann" die letzte Ehre zu erweisen.
Wir gingen im Trauerzug an der Seite von Jochen Schroeder und Eva Habermann, welche immer wieder freundlich zu uns rüberschaute.
Die Worte, die Pfarrer Jürgen Fliege am Grab sprach, konnte ich leider nicht hören, da sie nur leise zu uns herüberklangen. Sabine Wussow nahm daraufhin schweren Herzens Abschied von ihrem Mann. Mir wurde es immer schwerer ums Herz, da ich wusste, dass ich nun auch bald vor dem offenen Grab stehen werde und Abschied nehmen muss. Wir waren nicht mehr weit davon entfernt. Kevin und ich packten unser Abschiedsgeschenk mit den persönlichen Worten einiger Fans aus und gemeinsam trugen wir es zum Grab hin. Ilona Grübel kam uns entgegen und betrachtete das Abschiedsgeschenk, fasste mich am Handgelenk und meinte: "Das ist ja sehr schön, ja, legt es zu Klaus."
Als wir dann am Grab standen, reichte uns jemand vom Bestattungsunternehmen eine rote Rose. Ich stand wie angewurzelt vor dem Grab und Kevin sagte mir leise, was ich tun musste, worüber ich sehr dankbar war. Wir ließen das Abschiedsgeschenk und die Abschiedsworte vom Fanclub vorsichtig ins Grab und warfen die Rose hinterher. Einen kurzen Moment verweilten wir am Grab und ich verabschiedete mich von Klaus. Mir fiel es sehr schwer und die Tränen stiegen mir in die Augen. Es war eine ganz besondere, intime Atmosphäre, welche ich gar nicht in Worte zu fassen vermag und man spürte bei jedem Einzelnen eine Schwere, den letzten Weg ans Grab zu gehen und dort für immer Abschied nehmen zu müssen.
Erst nachher bemerkte ich, dass in unmittelbarer Nähe einige Reporter standen, einer davon sogar zwischen den Büschen oberhalb des Grabes. Sie versuchten mit riesigen Objektiven alles, was am Grab vor sich ging, zu fotografieren. Ich empfand es als sehr unangenehm, in einer solch intimen Situation, in der Trauer und Abschiedsschmerz alles überwiegen, fotografiert zu werden. Aber auch da gingen wir tapfer durch.
Wir standen danach erstmals an der Seite von Torsten und nahmen uns in die Arme, bevor wir zu Familie Wussow gingen und ihnen unser aufrichtiges Beileid im Namen des gesamten Fanclubs aussprachen. Barbara Wussow bedankte sich für unser Kommen und für das schöne Abschiedsgeschenk, welches wir ihrem Vater mit ins Grab gegeben hatten und drückte uns die Hand.
Langsam gingen wir den Weg zurück über den Friedhof und kurz nach der Beisetzung fing es an zu regnen. Das Bestattungsinstitut Pfahl hatte für diesen Fall Regenschirme bereitgestellt.
Drei Limousinen standen direkt vor der Kapelle für Familie Wussow bereit, in die sie dann einstiegen. In Gedanken versunken gingen wir Richtung Ausgang, wo mich schon wieder ein Reporterteam von "Brisant" abfing und soweit es mir möglich war, gab ich eine kurze Rückmeldung. Da wir unter den letzten Gästen waren, die den Friedhof verließen, wurde das Friedhofstor geöffnet und daraufhin stürmten ca. 30 Reporter den Weg zum Grab runter. Ich war völlig verdutzt und konnte es kaum fassen, was ich da sah und fragte Fritz, was das solle? Er erklärte mir, dass die jetzt alle Fotos vom Grab machen, da ja nur zwei Zeitungen die Berechtigung hatten, bei der Beisetzung dabei zu sein und zu fotografieren. Mir war dies dann echt zuviel, es war einfach unglaublich, was sich da abspielte.
Vor dem Friedhof wartete eine Limousine auf uns und ein freundlicher Fahrer öffnete uns die Türe und gab mir Taschentücher, als er sah, dass mir die Tränen flossen. Wir wurden direkt vor das "Il Cardinale" gefahren, wo die meisten Trauergäste schon angekommen waren. Wir wurden auch sofort freundlich begrüßt und bedient.
Vor dem "Il Cardinale" standen zwei Aufseher, die nur den geladenen Gästen Einlass gewähren durften. Hier war dann zum Glück "pressefreie Zone", was ich nach dem ganzen Trubel und Blitzlichtgewitter äußert angenehm empfand und etwas zur Ruhe kommen konnte. Wir wurden auch hier herzlich und offen von allen Anwesenden aufgenommen.
Es entstanden sehr viele kurze, intensive oder auch lange Gespräche untereinander. Wir fühlten uns rundum aufgenommen und wohl in diesem intimen Kreis der Familie, engen Freunden und Kollegen/innen von Klaus. Dass wir hier dabei sein durften, wissen wir sehr zu schätzen. Das war für uns keinesfalls selbstverständlich und ich merke, dass ich noch lange damit beschäftigt sein werde, diese vielen Eindrücke zu verarbeiten.