Herbert Lichtenfeld
Autor der grossartigen TV-Serie „Die Schwarzwaldklinik“
wurde am 06.06.1927 in Leipzig geboren und verstarb am 11.12.2001 in Hamburg.Herbert Lichtenfeld begann nach dem Abitur (gegen Kriegsende) ein Musikstudium in seiner Heimatstadt, dass er 1950 in der Bundesrepublik allerdings nicht fortsetzen konnte. Er schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und begann als Lokal- und Gerichtsreporter für das "Badische Tagesblatt" zu schreiben. Später arbeitete er für die "Neue Rhein Zeitung" in Köln und wurde schließlich Ressortleiter bei der "Hörzu" in Hamburg. Lichtenfeld begann in dieser Zeit verstärkt schriftstellerisch zu arbeiten, kündigte seine Stellung, und machte sich als freier Autor selbständig. Herbert Lichtenfeld schrieb Hörspiele und Kriminalstorys und schon sehr bald fand er Zugang zum Fernsehen. Kurz darauf verfasste er Bücher zu einigen Tatort- Filmen des NDR, darunter "Nachtfrost", "Jagdrevier" und "Reifezeugnis".
1985 begann er mit der Arbeit an der ZDF-Serie: „Die Schwarzwaldklinik“, für die er erstmals nur den Auftrag für das Schreiben der ersten Folgen bekam. Seine Bücher fielen so überzeugend aus, dass Lichtenfeld von Produzent Wolfgang Rademann den Auftrag für die gesamten Folgen erhielt.Die Serie wurde zu einem der größten Erfolge des ZDF mit Einschaltquoten von über 60 Prozent und zählt heute zu den Kult-Serien der 80iger Jahre, unvergesslich in vielen Herzen. Wegen ihrer angeblichen kitschigen Weltfremdheit löste dies viel Kritik aus, wie z.B. „Romanze im Müll“, „Operation Kitsch“ usw. Parallel zur „Schwarzwaldklinik“ wurde ab 1986 auch Lichtenfelds Serie: „Der Landarzt“ im ZDF-Vorabendprogramm ausgestrahlt und 1988 fortgesetzt. Herbert Lichtenfeld entwarf seine lebensnahen Geschichten routiniert und arbeitete aus Klischee-Konflikten heraus, unter anderen mit ungewöhnlichen und spannenden Konstellationen. Er war einer der wenigen Serienautoren, der das Dialogschreiben verstand.
Auszeichnungen:
Für sein Fernsehspiel „Deutschlandreise“ erhielt er einen „Adolf-Grimme-Preis“. Für sein Hörspiel „Die Verbände distanzieren sich“ wurde er mit dem „Preis der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt ausgezeichnet.
Sehr vielen Menschen, denen diese Serie ans Herz gewachsen ist, sowie all die treuen Fans, auch heute noch nach 20 Jahren , würden ihn mit dem „Ehrenpreis“ auszeichnen, für eine solch unübertreffbare, grandiosen Serie, denn ohne ihn würde es diese Serie nicht in dieser grossartigen, unvergesslichen Form geben!!!.
Jörn Lauterbach, Stellvertretender Redaktionsleiter der Welt schrieb anlässlich des Todes von Herbert Lichtenfeld: "Zu seinem eigenen Werk hatte Lichtenfeld stets eine wohltuende ironische Distanz, die ihn von anderen Autoren wie dem Weltverbesserer Robert Stromberger (Diese Drombuschs) oder Moralisten wie Herbert Reinecker (Derrick) unterschied. "Nur in den deutschen Krimis sehen die Mörder immer wie Mörder aus", sagte er zu seinem Lieblingsgenre. Auch über die Bezeichnung "Gebrauchs-Autor" konnte er lachen: "Schön, wenn man einen Autor gebrauchen kann".