Nachruf an Barbara Rudnik einer bewundernswerten, starken und außergewöhnlichen Frau, die Menschen in ihrer Seele berührte

Barbara Rudnik auf dem Wiesn-Fest in München (Copyright: Marion Vogel)

Viel zu früh mit nur 50 Jahren tritt Barbara Rudnik die Reise in eine andere Welt an.
Am Samstagmorgen, 23.05.2009 schloss sie für immer die Augen - ihr Lächeln, das sie uns trotz ihrer schweren Zeit der Krankheit immer wieder ungebrochen schenkte - werden wir nie wieder sehen.

Barbara Rudnik spielte in zahlreichen TV- Filmen mit u. a. „Der Sandmann“ „Die Mandantin“, Commissario Laurenti (an der Seite von Henry Hübchen), „Die Leibwächterin“ (an der Seite von Ulrike Folkerts) und noch viele mehr...

Den deutschen Fernsehpreis für „Die Leibwächterin“ nahm Rudnik im Januar 2006 entgegen, kurz nachdem die Ärzte unheilbaren Brustkrebs feststellten.
Erst im April stand sie für das ZDF für den Thriller „Die Insel“ in Amrum vor der Kamera und genoss das Leben mit ihrem Hund Lino.

Auf den ersten Blick schien Barbara Rudnik als kühle, unnahbare Blonde, jedoch dahinter verborg sich ein Mensch mit starken Gefühlen, einer Verletzlichkeit, einer starken Persönlichkeit die Charisma hatte.
Sie spielte oft tragische Rollen wie z. B. „Die Mandantin“ (Rolle einer schwerkranken Strafverteidigerin), jedoch jeder einzelnen Rolle/Figur gab sie Gradlinigkeit, Tiefe, Charme und jede Rolle spielte sie mit großer Glaubwürdigkeit, die das Publikum jedes Mal fesselte.
Ihre Stimme, ihre Blicke sagten oft mehr aus als der Text, den sie zu sprechen hatte.

Sie ließ sich öffentlich nichts anmerken. Tapfer drehte sie trotz Krankheit Filme wie Til Schweigers Erfolgskomödie „Keinohrhasen“, den ZDF-Psychothriller „Der fremde Gast“ oder Folgen in der Krimireihe „Commissario Laurenti“.

Fast eineinhalb Jahre hatte sie ihre Krankheit geheim halten können bis sie im April 2008 in der Öffentlichkeit offen über ihre Krebserkrankung und dass es keine Heilung mehr geben wird, sprach. So mitteilsam hatte sich die Schauspielerin, die allzu neugierige Medienvertreter gerne mit höflichem Lächeln ins Leere laufen ließ, zuvor noch nie über die eigene Person geäußert. Für eine Operation war es leider schon zu spät, da auch Leber und Knochen befallen waren.
Die Chemotherapie schlug an, doch knappe vier Monate später kehrte die tückische Krankheit zurück. Weitere Behandlungen folgten, die Barbara Rudnik schwer zu schaffen machten, jedoch von der Arbeit ließ sie sich aber nicht abhalten.

Ihr Verhältnis zu ihrem Beruf und der Filmbranche war zeitlebens ambivalent. Sie ließ sich nicht verbiegen, äußerte Kritik und beherrschte stets das Etikett „Die kühle Blonde“ und ihre Fans liebten sie gerade deshalb.
Eine Kritikermeinung die sie bereits vor Jahren erhielt:
„Barbara Rudnik gehört zu den Schauspielerinnen die ganz allein schon Grund genug sind, sich einen Film anzusehen!“

Barbara Rudnik hätte sich wegen ihrer schweren, unheilbaren Krebserkrankung verstecken können, einfach von der Bildfläche verschwinden können und niemand hätte jemals erfahren wie es ihr wirklich geht. Doch sie hat mutig den Weg in die Öffentlichkeit gewählt und dadurch unglaublich „Stärke“ und „Mut“ bewiesen. Manch andere hätten dies nicht geschafft.

Durch ihre Offenheit, ihren Mut, ihren unbändigen Lebenswillen machte sie vielen betroffenen Menschen Mut und Hoffnung sich dem Kampf gegen die heimtückische Krankheit zu stellen, sie anzunehmen und nicht aufzugeben.

Wo Barbara Rudnik in den letzten Monaten auftrat schenkte sie jedem ein von Herzen kommendes „Lächeln“, das die Menschen berührte. Sie zeigte uns dadurch, dass ihre Lebenslust stärker als je zuvor ist.
In einem Exklusiv-Interview mit Bunte äußerte Rudnik im April 2008: „Ich habe in mir eine ungeheure Lebenslust entdeckt, die viel zu lange verschüttet war. Heute lebe ich bewusster und glücklicher als vor drei Jahren, weil ich jeden Tag genieße.“
Diese Lebenslust bekamen wir mehr als je zuvor von ihr zu spüren (auch auf ihrer Lesereise mit ihrer Freundin) und mit sehr großer Sicherheit gab sie vielen Menschen Denkanstösse für sein eigenes Leben - sein Leben bewusster zu leben und manche Dinge nicht so wichtig zu nehmen.

Trotz aller Traurigkeit bin ich dankbar, dass ich letztes Jahr Barbara Rudnik anlässlich einer Lesung in Stuttgart (zusammen mit Harald) persönlich kennen lernen durfte. Vor allem wird mir ihre Herzlichkeit, ihr Lächeln, so wie ihre Lebenslust die jeder an diesem Abend zu spüren bekam in Erinnerung bleiben. Dies hatte mich zutiefst berührt und bereichert.

Was bleibt ist ihr Lächeln, das sie mir an diesem Abend schenkte und vielen anderen Menschen auch - bis kurz vor ihrem Tod. Natürlich bleibt auch noch sehr viel mehr - ihre unzähligen Filme in denen sie ihr schauspielerisches Talent uns immer wieder bewies - lassen sie niemals in Vergessenheit geraten.

Ein Mensch hinterlässt immer irgendwelche Spuren seines Lebens, Gedanken, Bilder, Gefühle, Szenen. Genau diese Augenblicke, Momente die unsere Seele berührt haben, werden ein Leben lang bleiben und lassen diesen Menschen dadurch nie vergessen.

In großer Zuneigung, Respekt, Hochachtung und Dankbarkeit verneige ich mich vor Barbara Rudnik und möchte ihr von Herzen für die unzählig schönen Momente und Stunden danken, die mich ein  Leben lang begleiten werden.

„Niemals geht man so ganz, irgendwas von dir bleibt hier - es hat seinen Platz immer bei mir!“ (Trude Heer)

Im stillen Gedenken und Dankbarkeit
Adieu Barbara Rudnik

 

Anmerkung: Barbara Rudnik hat zwar nichts mit der SWK zu tun- jedoch lebt diese Seite von jedem einzelnen Fan der neben der SWK auch noch anderen Hobbies, Bedürfnissen, Interessen nachgeht.Es gibt auch SWK-Fans die Barbara Rudnik  geschätzt haben. Deshalb hat dieser Nachruf genauso Platz auf unserer Seite.
Denjenigen den es nicht interessiert brauch es ja  auch nicht zu lesen!

Tanja Junginger
(24.05.2009)


Das Foto wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Marion Vogel für unseren Nachruf zur Verfügung gestellt.

Sehr geehrte Frau Vogel, meinen herzlichsten Dank für Ihre ganzen Bemühungen und das lebensfrohe Foto von Frau Rudnik.
Weitere Infos unter: http://www.marion-vogel.de


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